Demokratie lebt vom Mitmachen

In den kommenden Wochen gibt es in Schorndorf gleich zwei Gelegenheiten, sich mit dem Wert unserer Demokratie auseinanderzusetzen.

Am Montag, 9. November 2026, ab 18 Uhr werden in der Barbara-Künkelin-Halle die Ausstellung „Was gute Demokratiebildung braucht“ eröffnet und die Demokratie-Konferenz des Kreisjugendrings veranstaltet. In Talkshow, Gesprächsrunden und Diskussionen geht es um zentrale Fragen: Was hält unsere Gesellschaft zusammen? Wie gehen wir mit unterschiedlichen Meinungen um? Und was können wir selbst tun, um unsere Demokratie zu stärken?

In Zeiten, in denen die Demokratie vielerorts unter Druck steht, brauchen junge Menschen Möglichkeiten, Demokratie unmittelbar zu erleben, mitzureden und mitzugestalten. Denn Demokratie beginnt vor Ort. Hier werden politische Entscheidungen konkret spürbar – aktuell gerade da, wo die weitgehend unverschuldete kommunale Finanznot schwierige Sparmaßnahmen erfordert.

Umso wichtiger ist es, sich einzumischen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Demokratie lebt vom respektvollen Streit um die besten Lösungen. Dazu gehört, entschieden zu widersprechen, wo demokratische Werte infrage gestellt werden. Aber ebenso gehört zur Demokratie, denen zuzuhören, die das Vertrauen verloren haben, mit ihrer Stimme überhaupt noch etwas bewirken zu können. Zuhören bedeutet nicht zustimmen. Es ist die Voraussetzung dafür, wieder miteinander ins Gespräch zu kommen.

An den politischen Rändern erstarken extremistische Kräfte. Wir müssen jetzt unsere freiheitliche Verfassung entschieden verteidigen – im persönlichen Gespräch ebenso wie in den Echokammern der sozialen Medien.

Wir können das offen, frei und ohne Angst tun. Was für uns selbstverständlich erscheint, ist andernorts mit großen persönlichen Risiken verbunden.

Daran erinnert der Palm-Preis für Meinungs- und Pressefreiheit, der am Sonntag, 29. November 2026, in Schorndorf verliehen wird. Ausgezeichnet werden Menschen aus Russland und Mauretanien, die trotz großer persönlicher Gefahren für demokratische Werte und Grundrechte eintreten. Dass Ministerpräsident Cem Özdemir ein Grußwort spricht, unterstreicht die Bedeutung dieses Preises.

Beide Veranstaltungen zeigen, wie wertvoll und zugleich verletzlich unsere Demokratie ist. Freiheit und Mitbestimmung sind in vielen Ländern keine Selbstverständlichkeiten. Wir haben das Privileg, unsere Meinung frei zu äußern. Gleichzeitig haben wir auch die Verantwortung, diese Freiheit zu nutzen und zu bewahren.

Denn auch Nichtstun ist eine Entscheidung. Eine Entscheidung, wegzuschauen, statt Verantwortung zu übernehmen. Demokratie lebt davon, dass wir sie leben.

Simone Höfer

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